3.Iserlauf in Bedrichov (Friedrichswald, 2.9.2017) von Steffen Lüder

Iserlauf, war da nicht was? - Ja, schon im Februar 2017 fand der 50. Iserlauf statt, traditionsgemäß auf Skiern.

Der Iserlauf vereint schon viele viele Jahre tausende Skiläufer, die 50 km im klassischen Stil angehen.  Als Volkslauf entstanden, gehören die 50 Kilometer zur Worldloppet Serie - der Weltcupserie der Breitenskiläufer. Ehemalige Spitzenathleten dürfen ab 40. Geburtstag teilnehmen. So rocken die Skandinavier seit Jahren im Isergebirge und hauen die 50 km in 2:15 Std. locker weg.

Dreimal war ich auch dabei, Bestzeit 4:47 h.

2015 wurde erstmals eine Sommervariante durchgeführt, die 2017 über die Strecken 12 km, 23 km und knallhart über die 50 km ging. Die 50 km-Laufstrecke ist 41 km mit der Skistrecke identisch, nur am Start werden zusätzlich Trailwege eingebaut. Als begeisterter Fan des Isergebirges, seit 1989 jährlich Silvestergast bei Jindra & Iveta in Jizerka, war ich von der Idee fasziniert, mitzulaufen.

Nun hatte ich seit Mai verletzungsfrei trainiert, lief im Juli-August 3x die 10 km. 45:44 min war auf dem Tempelhofer Feld in der Vorwoche drin. Also meldete ich spontan 5 Tage vor dem Wettkampf. Am Freitag ging es mit dem Wohnmobil Richtung Bedrichov. An der brandenburgisch-sächsischen Landesgrenze setzte Dauerregen ein, der bis Bedrichow anhielt. Ich holte meine Startnummer ab und ging ins nächste Restaurant.

Knoblauchsuppe, dann Schweinsmedaillon und Pasta und Bohnen, dann noch Palatschinken, Bierchen dazu. Jupp da lacht der Kalorienzähler. Und es regnete weiter. Gegen vier Uhr morgens prasselte es nicht mehr auf das Wohnmobildach. Beim Aufstehen gegen sieben Uhr: Sonne, blauer Himmel, 8 Grad. Na geht doch. Obwohl ich über 200 Wettkämpfe gemacht habe, war ich nervös. Frühstück mit Cornflakes und Bananen. Kaffee. Wie würde das Wetter werden? Ich fand es reichlich frisch, noch immer nur 8°.

Ich ging um 09:30Uhr mit 241 Läuferinnen und Läufern auf den Kurs, passierte die Startlinie mit den letzten 10-15 Läufern. 50 km sind ja lang und können länger und länger werden. Zudem waren 993 Höhenmeter mitzunehmen. Wie lange würde ich brauchen. Bei 8 min/km wären es 6:40 h, bei 7 min/km wären es 5:50 h. Ich wollte die Freude auf maximal 6 Std begrenzen...

Die ersten 7,5 km der Strecke waren neu für mich. Es ging nicht nach Nova Luka sondern im Uhrzeigersinn an der Talsperre entlang. Gefühlt ging es mehr bergab als bergauf, laut Streckenplan aber hielten wir die Höhe.  Straße, Waldweg und kleine Trails wechselten sich munter ab, die Trails waren nass und nässer. Aber die Organisatoren hatten an den schwersten Stellen Planen ausgelegt und Bretterbohlen drauf gepackt. So kam man vorsichtig und trockenen Fußes an Wasser und Matsch vorbei.

Bei 7,5km ging es plötzlich auf 870 m Höhenmeter rechts weg, steil hoch in den Wald, wo wir dann auf den Asphaltweg Kristanow - Kneipa kamen. Jetzt ging es konstant bergan bis zum 11. km an der Kneipa, dem höchsten Punkt der Strecke 990 m über Meeresspiegel. Hier war eine Verpflegungsstelle, die ausgesprochen gut war. EWs gab immer Elektrolytgetränk, Tee, Wasser, Banane, Melone, Apfel, Schokolade, Energy-Ggel, Traubenzucker. Ca. 50-70 m nach dem Verpflegungspunkt eine Schild „Ende der Verpflegungszone". Dahinter sollte kein Müll oder Becher mehr abgeworfen werden. Fand ich gut.

Für die ersten 10 km (und 300 Höhenmeter) benötigte ich also 1:16:36h.

Ab Kneipa ging es fast 5 km rollend bergab. 100 m nach Kneipa, links ein Gedenkstein für einen  Radfahrer, der am 30.6. 2006 verstarb. Damals war ich bei einer Trainingslaufrunde direkt dabei gewesen. Reanimation bis die Bergwacht kam, später der Hubschrauber. Ist schon blöd mitten im Wald zu reanimieren und man wartet und wartet auf Profis. Vielleicht grüßte er uns von oben und wünschte den Läufern alles Gute...

Bei km 14 sah ich plötzlich ein rotes T-Shirt vor mir, Dresden. Es war Frank aus Meißen, 2 Jahre älter als ich. Wir stellten fest, dass wir die einzigen deutschen Starter auf der 50km-Strecke waren. Da war uns in der spontanen Sonderwertung ein Podiumsplatz sicher.

Frank wurde motivierter und drückte aufs Tempo. Bei km 20 ging es 300m steil zur Aussicht an der Klippe hoch, andere gingen, wir liefen. Oben ein toller aber schneller Linksblick zur Talsperre Sous, nun ging es wieder bergab bis U Bunkru. Der Bunker ist Start/Ziel/Kreuzpunkt vieler Skitouren in Jizerka. Nach rechts weg und im großen Linksbogen zum Parkplatz am Bukovec in Jizerka. Grandioser Blick über das Tal. Parkplatz voller Urlauber, Wanderer, Pilzsucher. Wir schossen die Straße in den Ort hinab.

An der Hütte von Jindra und Iveta, seit 1989 mein jährliches Skidomizil stoppte ich geplant, Frank lief weiter. Iveta und Nachbarin warteten auf Klappstühlen in der Sonne. Ich hatte Tee, Banane und Riegel bestellt, alles stand perfekt da. Ich wechselte das Schweißnasse Laufshirt und nahm nun ein Kurzarm-Shirt. 1 min Klopause, 2 Fotos und 5:45 min Pausenzeit später, ging es wieder on the Road. Jindra begleitet mich schwatzend mit dem Fahrrad. Direkt an der Pyramida km 24, vorbei am Pansky dum, dann links in den Wald rein, hoch zum Bunker. Dort Traubenzucker erhascht. Abzweig nach rechts auf die Promenade, wieder gut 3,5 km Anstieg. Ich lief gleichmäßig wie ein Uhrwerk. Von da an wurde ich nur noch einmal überholt.
Bei km 28 verabschiedet sich Jindra nach links gen Jizerka, er gab mir meine Jacke wieder, ich schwenkte auf die Straße nach rechts, abwärts zur Smedava.

Unten die Smedava, nette schöne Wanderkneipe, und auch nächster Verpflegungspunkt. Ich nahm drei Trinkbecher, ging es doch nun wieder 3 km bergan, der Beginn war am steilsten. Wie immer blieb ich im Laufschritt, wenn auch die Schrittlänge kürzer und kürzer wurde. Trotzdem überholte ich.

Bei km 32 waren wir auf dem Plateu südwestlich des Jizera, des mit 1224 m höchsten Punktes des tschechischen Isergebirges, beim tschechisch-polnischen Smrk sind es noch 2 m mehr. Wieder erreichten wir Kneipu und es gab Bananen und Getränke. Bei Km 34 min erreichten wir zum zweiten Mal den höchsten Punkt der Strecke, nun ging es bergab.

Bei Km 38 immer noch tolles Laufgefühl. Obwohl ich merkte, dass es schwerer lief, fühlte ich mich stets leicht und locker im Körper und Kopf. Ich genoss die Blicke nach rechts, links, vorn und hinten, beobachtete wenn ich wann überholte.

Bei Km 40 waren wir an der Kante des Isergebirges, linksseitig fällt das Gebirge steil in die Ebene auf 300 Höhenmeter ab, man kann die Lausche bei Zittau sehen oder das polnische Kraftwerk von Bogotynia. Kurz vor der Hütte Hrebrinek hatte ich den Marathon in 4:24h absolviert. Nicht schlecht der Specht.

Vorletzte Verpflegung bei 42,3 km bei Hrebinek, weiter 1 km auf Asphalt, dann links rein, crossige Waldstrecke, steinig, auf und ab.

Bei km 44 sah ich Frank und sein rotes Shirt 150 m vor mir und hatte ihn bald ein. Wir freuten uns, so gut durchgekommen zu sein und wurden etwas fixer. Der Weg war sicher leicht zu laufen, wenn man gerade gestartet ist. Nach gut 45 km musste man die Konzentration und Koordination noch mal hochfahren, um nicht zu stürzen, kleine und giftige Anstiege. Bei km 47 wieder leicht bergauf. Auf vor mir Laufende konnte ich bei deren Geh-Abschnitten bergan auflaufen. Frank musste abreißen lassen.

45 Atemzüge sind 200 m, also von 225 Atemzügen runter zählen und wieder war man näher am Ziel. Da, da war es, halblinks blitzte kurz das Ziel auf. Juppi. 100 Atemzüge, Jetzt sah man es ganz nah. Und da war noch eine neben mir. 80 Atemzüge später jubelte ich glücklich im Ziel. Noch einen Platz gut gemacht.

Wettkampfzeit offiziell: FÜNF STUNDEN; 15 MINUTEN, 16 SEKUNDEN.

Platz 141 in der Gesamtwertung, 240 waren am Ende registriert. 

In der Altersklasse 50-59 Jahre war ich 8. Absolut nur 6:17 min pro Kilometer und dies FÜNFZIG MAL, Berge rauf und runter. Nur 13 Starter waren älter als ich. So waren über 90 jüngere Läufer und Läuferinnen noch länger beim Genusslauf unterwegs.

Ich wartete auf Frank, der nach 5:17 h gleichfalls glücklich finishte. Beide bekamen wir stolz eine hölzerne Teilnahmemedaille. Gold-Silber-Bronze-Blech-Holz... nein dieses Holz war mehr wert als Gold.

Alkoholfreies Ingwerbier im Ziel. Lecker, dann Jubelbilder auf einen Schneeberg im Ziel. Nächste Herausforderung wurde das Duschen. Da steh ich nun und kann nicht anders.Wie zieht man die Laufschuhe aus wenn, man sich nicht bücken kann und auch die Beine nicht mehr hoch bekommt, da sofort ein Krampf einschießt. Nach 2 min waren Schuhe und Socken aus. Die heiße Dusche war traumhaft. 
Geschafft, glücklich, sauber, satt, erholt wäre übertrieben.

Ratzeburger Adventslauf 2016

Seit Jahren schwärmt Knuth Triebe von diesem Event im Norden und bei der 27. Auflage haben sich Familie Mohr, Marion Sarasa und ich entschlossen, Knuth auf seine Reise nach Ratzeburg zu begleiten.

Nach unserem Weihnachtssingen starteten wir am 27.11.2016 in aller Frühe mit Uwe als Fahrer nach Ratzeburg. Da auf den Straßen so zeitig nichts los war, waren wir relativ schnell vor Ort. So hatten wir noch viel Zeit, um uns das kleine Hansestädtchen anzuschauen und ein ausgiebiger Einkaufsbummel war auch noch drin.

Marion und ich hatten nicht vorgemeldet und so mussten wir ein wenig darauf hoffen, dass vor Ort noch Startnummern verkauft werden. Da wir zeitig genug an der Schule waren, bekamen wir noch einige der wenigen Reservenummern.

4 km vom Start entfernt hatten Uwe ein gemütliches Landhotel gebucht. Der Tipp seitens der Rezeption uns einen Tisch fürs Abendessen zu reservieren war super. Das exquisite Essen zog viele Leute an und Dank der Reservierung hatten wir das Glück, es genießen zu können. Mit vollem Bauch in die Sauna, na ja, war trotzdem gut. Zur optimalen Vorbereitung durfte ein gepflegtes Glas Sekt für uns Frauen und Bier für Uwe nicht fehlen.

Morgens Parkplatzsuche, aber Uwe hat dann doch noch einen guten Platz in der Nähe des Marktplatzes gefunden, wo auch die zwei Starts vollzogen wurden. Wir Frauen liefen die kurze Strecke über 7,3 km um den Küchensee, die Männer wollten das volle Programm und nahmen die 26,5 km um den Ratzeburger See in Angriff. Um 10:00 Uhr wurden vom Marktplatz ca. 2.400 Läufer bei strahlendem Sonnenschein in zwei verschiedene Richtungen auf ihre Strecken geschickt. Unsere Stecke führte ein wenig durch die Stadt und dann auf dem Uferweg direkt um den See. Marion kam als erste von uns ins Ziel und belegte mit 37:45 min den 1.Platz in ihrer AK, 43 s später lief Christine ins Ziel und freute sich über den 2.Platz in ihrer AK. Ich lief nach 44:26 min als Siebte der AK 55 über die Ziellinie. Alle Finisher erhielten ein Triathlonnummern-Startband als kleines Geschenk.

Nachdem wir geduscht hatten, machten wir uns zum Empfang der Männer bereit. Uwe kam nach 2:24:09 h von uns stürmisch begrüßt ins Ziel und Knuth verpasste leider sein heimliches Ziel unter drei Stunden zu bleiben knapp.

In der Jugendherberge gab es eine stimmungsvolle Siegerehrung, bei der unsere kleine Truppe auch zweimal Grund zum Jubeln hatte.

Wir waren sehr angetan von der wirklich gut organisierten Veranstaltung, mit einer wunderbaren Laufstrecke und dachten es spricht nichts dagegen wieder einmal hier zu laufen.

2019 findet dann der 30.Ratzeburger Adventslauf statt, das wäre vielleicht ein Anlass mit einer größeren Gruppe Ron-Hiller’n hinzufahren.

Sylvia Kegel

1. SwimRun am 20.Juli 2016 in Rheinsberg
Der SCC lässt sich ja immer wieder etwas Neues einfallen und obwohl wir keine Fans von SCC-Events sind, fanden wir die Kombination aus Schwimmen und Laufen sehr verlockend. Als wir dann auch noch entdeckten, dass man im Team unterwegs sein kann, war für Dana und mich klar, wir sind dabei. Wir entschieden uns für die Sprintstrecke über 9 km.

Also ging es Sonntag früh um 07:00Uhr Richtung Maritim-Hafenhotel Rheinsberg. Die Sonne war schon früh unser Begleiter und so stieg die Freude und Spannung auf den Wettkampf. Der neue Yachthafen in Rheinsberg war ein sehr schönes Zielgebiet. Im Hotel gab es die Startunterlagen und es standen genug sanitäre Anlagen zur Verfügung.

Der Clou des Rennens war, dass wir die ganze Zeit mit Laufkleidung und Laufschuhen schwimmen mussten, das war eine ganz neue Erfahrung. Die meisten sind mit Paddels und Poolboys geschwommen, was offiziell erlaubt war. Um 9.15 Uhr wurden wir mit einem Dampfer zum Start geschippert. Dort brannte die Sonne schon sehr heiß und wir freuten uns auf die Schwimmpassagen. Gestartet wurde in zwei Wellen, wir entschieden uns für die zweite Welle.

Da Dana die stärkere Schwimmerin ist, hatten wir uns im Vorfeld ausgemacht, dass ich in ihrem Sog schwimme, um Kräfte zu sparen. Kurz nach Zehn waren wir im Wasser und begannen mit 200 m schwimmen. Dann ging es in den Wald und unsere Beine musste sich einige Zeit daran gewöhnen, nun zu laufen. Nach 2 km sahen wir den nächsten Einstieg, endlich wieder ins Wasser und die nächsten 250 m schwimmen. Nun kam der längste, aber auch schönste Abschnitt. Wir mussten ca. 4,5 km laufen und unser Weg führte durch die traumhafte Anlage von Schloss Rheinsberg und an der Uferpromenade entlang. Dort sehnten wir uns nach schwimmen, denn die Sonnte brannte immer gnadenloser. Nun folgte mit 400 m der längste Schwimmabschnitt. Wind und Wellen setzten uns ganz schön zu, aber wir waren schnell wieder an Land. Weiter ging es an der Uferpromenade und schon bald lag der Yachthafen wieder vor uns. Die letzten Meter waren Gänsehaut pur. Über eine Brücke, durch den Leuchtturm und dann ab ins Hafenbecken, wo die letzten 150 Meter geschwommen wurden. Über eine Treppe erreichten wir nach 50 m glücklich nach 73 Minuten gemeinsam das Ziel.

Dieser wirklich tolle Wettkampf ist in meiner persönlichen Rangliste gleich ganz nach oben gerutscht. Danach saßen wir noch lange zusammen, haben unsere Nudeln genossen und dem Sieger und die Platzierten über die lange Strecke zugejubelt.

Sylvia Kegel und Dana Wolf

Two Oceans Marathon in Kapstadt, Ostern 2016
Seit ich vor fast 15 Jahren das erste Mal in Südafrika war und von diesem Lauf gehört hatte, war es mein Traum, einmal an diesen anspruchsvollen, aber landschaftlich wunderschönen Lauf teilzunehmen. Immer kam etwas dazwischen, nicht zuletzt hielten mich auch Verletzungen und Kniebeschwerden lange davon ab, mir meinen Traum zu erfüllen. Ich muss zugeben, dass es auch ein Stück Respekt vor der Streckenlänge (56 km) und dem Profil (über 500 Höhenmeter) war, der mich dazu bewegte, die Teilnahme immer wieder zu verschieben. Viele tolle Laufberichte, auch von Ron-Hillern überzeugten mich schließlich, das Projekt endlich in Angriff zu nehmen. Für die Organisation griff ich wie auch schon 2006 und 2012 in New York auf den Marathonreise-Veranstalter Ali Schneider zurück, der die Gruppe von 40 Marathonis, Halbmarathonis und Begleitern auch selbst begleitete.

Die Einstimmung auf den Lauf begann mit dem Besuch der Marathonmesse, bei einem Blick auf Streckenführung und –Profil kam da schon etwas Aufregung auf. Am nächsten Tag hatten wir Gelegenheit, schon mal das Ziel im Universitätsstadion am Fuße des Tafelbergs zu besichtigen und auf dem Weg zum Kap der guten Hoffnung legten wir einen Stopp auf dem Chapman‘s Peak ein mit dem spektakulären Blick auf den Atlantik und die Hout Bay.

Endlich war es dann soweit. Am Ostersamstag, dem 26.März, trafen wir Läufer uns um 4:00 Uhr morgen in der Lobby zu einem kleinen Frühstück. Dann ging es bei strömendem Regen mit dem Bus in die Nähe des Startbereiches, die letzten 2 km zu Fuß, angesichts der fast 30.000 Starter (11.000 beim Ultra und 18.000 beim Halbmarathon) war für den Bus kein Durchkommen. Am Start herrschte ausgelassene Stimmung. Voller Bewunderung konnte man auf den Startnummern der Läufer erkennen, wie viele Two – Oceans sie schon gefinisht hatten, es waren mehrere Läufer dabei, die schon dreißig und mehr Two-Oceans gelaufen waren.

Punkt sechs erfolgte dann der Start des Halbmarathons. Und dreißig Minuten später gab es dann nur noch Gänsehaut-Feeling als die 11.000 Läufer in einem vielstimmigen Chor die Shosholoza und die südafrikanische Nationalhymne anstimmten. Nach dem Startschuss hörte auch der Regen auf und in der Morgendämmerung genossen wir bereits auf den ersten Kilometern die Anfeuerungsrufe der vielen Zuschauer, die bereits zu so früher Stunde an der Straße standen. Ich hatte mir vorgenommen, den Lauf von Anfang an zu genießen und mir kein Zeitziel zu setzen – einzig das Limit von sieben Stunden wollte ich unterbieten, um am Ende auch die verdiente Medaille mit nach Hause nehmen zu können.

Also ließ ich den Lauf ruhig angehen, machte gleich von Beginn hier und da einen Fotostopp. Das Profil war gleich von Anfang an ein wenig wellig – eine Mitläuferin aus Bremen meinte, schon das wäre das „bergigste“ gewesen, was sie je in ihrem Leben gelaufen sei. Alle zwei km gab es Getränkepunkte, wo man Cola, Iso oder auch Wasser fassen konnte. Das Wasser gab es in praktischen kleinen Tütchen (ähnlich, den Milchtüten, die es ganz früher einmal gab). Diese konnte man leicht mitnehmen und nach Bedarf trinken. Schon führte die Straße direkt auf den Tafelberg zu, bog dann aber Richtung False Bay ab und nach knapp zweieinhalb Stunden erreichten wir den „Halb“-Marathonpunkt (28k). Hier gab es am Verpflegungspunkt übrigens gekochte Kartoffeln. Jetzt begann der Anstieg auf den Chapman's Peak Drive, einer der schönsten Küstenstraßen der Welt, eine beeindruckende Kulisse – links der Atlantik, rechts die Berge an der sich auf den Serpentinen Tausende Läufer in Richtung Peak bewegten. Um Kräfte zu sparen, legte ich hier ein paar Gehpausen und Fotostopps ein. Auf dem höchsten Punkt gab es ein Tänzchen mit den Musikern. Abwärts in Richtung Hout Bay lief es hervorragend, dort erwartete mich mein Mann bei km 39.

Ab da ging‘s wieder bergauf zum höchsten Punkt der Strecke, dem Constantia Neck, einem der ältesten Weingüter Südafrikas. Den Marathonpunkt erreichte ich nach gut vier Stunden, also noch knapp drei Stunden Zeit, um die verbleibenden 14 km im Zeitlimit zu schaffen. Also legte ich, wie der Großteil der Läufer, wieder ein paar kräftesparende Gehpausen ein und genoss die Stimmung an der Strecke. Wir passierten auch Imizamo Yetho, ein riesiges Township, wo uns die Zuschauer mit Vuvuzelas und Tänzchen anfeuerten. Auf dem höchsten Punkt gab's wieder einen Fotostopp und ein Tänzchen mit den Musikern. Die letzten 10 km ging es fast nur noch bergab, allerdings war die Straße auch seitlich abschüssig, eine zusätzliche Herausforderung für die schon etwas müden Muskeln. 3 km vor dem Ziel passierten wir den wunderschönen botanischen Garten in Kirstenbosh. Dann bekam ich doch noch einen Krampf in der linken Wade, aber zufällig stand eine Sanitäterin an der Straße, die mir gleich noch eine Schnell-Massage spendierte.

Und dann war das Unigelände in Sicht. Auf dem letzten Kilometer noch ein kleiner Anstieg und dann ging’s ins Stadion. Unter Anfeuerungsrufen der Zuschauer ging‘s über die Wiese bis zur Ziellinie. Überglücklich nahm ich die Finisher-Medaille entgegen. Nach 5:44 h (Brutto) reichte es sogar noch zu Bronze, für die Läufer, die nach 6 Stunden das Ziel erreichten, gab es dann blaue Medaillen. Und nach genau 7 Stunden wurde tatsächlich niemand mehr ins Ziel gelassen. Ärgerlich, dass es auch eine Läuferin aus unserer Gruppe erwischte, die sich unterwegs verletzt hatte und nach 7 Stunden und 20 Sekunden (!!) das Ziel erreichte.

Im internationalen Hospitality Zelt trafen wir dann die anderen Läufer und Begleiter aus unserer Gruppe, die meisten sehr glücklich und begeistert von diesem tollen Lauf und der Stimmung an der Strecke. Am Abend ließen wir den Marathontag mit einer zünftigen Grillparty bei unserem südafrikanischen Guide ausklingen.

Birgitt Uhlig

Bangkok Halbmarathon am 09.02.14

Sehr früh um 03:15Uhr war die Nacht für mich beendet. In der Khaosan Road steppte noch der Bär, Betrunkene en gros beiderlei Geschlechts. Mit dem Taxi mit Highspeed in 20 min zum Messezentrum, Gegen 4 Uhr dort, 5 Uhr Startzeit zum Halbmarathon. Das ist wirklich FRUEH! Ich brauchte mich nicht warmmachen, es war warm. Das hindert die gemeinen Thailänder nicht in langen Laufleggings und Langarmshirts und Mütze auf die Strecke zu gehen. Ca. 650 Starter beim Halbmarathon sicher 2000-3000 über 5 und 10 km.

Los gings.

Meine Taktik war nicht zu schnell anzugehen. Es wurde schnell warm. Wir liefen eine echt tolle Strecke.... Auf einem 4 spurigen abgesperrten Highway, rechts und links brummte der Nachtverkehr. Ozonkur pur. Die 5 km passierte ich nach 26 min. Alle 2 km gab es eine Getränkestelle, die für mich ungewohnt, nur pures Wasser mit Eiswürfeln bereithielt. Ist nicht mein Ding Eiswürfel beim Wettkampf zu gurgeln. Aber ich dachte, ich muss viel trinken. Es waren sicher 26-28 Grad (jetzt gegen Mittag 34 Grad im Schatten). Ich lief taktisch und versuchte viel im Windschatten zu bleiben. Die 10 km passierte ich nach 52 min. Bis zur Wende waren mir 75 Läufer und Läuferinnen entgegengekommen. Vorn ging die kenianische Post ab. Nach der Wende zählte ich wieder, das ist eine Macke von mir, 589 nach mir laufende. Also so schlecht war ich nicht. Die Sonne ging auf, als ich mich dem Ziel näherte. Nach 1:48:13h war ich da. Ich war zufrieden. Beide Laufhälften gleich schnell.

Mit dem Taxi zurück. Dann beim Inder gefrühstückt und 9 Uhr wieder im Hotel, die Familie war gerade wach geworden. Am Hotelpool gönnte ich mir eine 1-stündige Thaimassage (für 5 Euro), es gab viele unentdeckte Schmerzpunkte....

Steffen Lüder

LaufberichtTrail-Run-Berlin oderDie Müggelberge neu entdeckt

Am 14.9.14 fand zum zweiten Mal der Trail durch die Müggelberge mit 300 Läufern statt.

Laut Veranstalterdie härtesten 10 km Berlins. Das wollte ich doch gerne mal überprüfen. Die gleiche Idee hatten auch die RON-HILLER  Anne und Elke Barber, Tom Griepentrog und Erhard Bader.

Start und Ziel befand sich auf dem Platz neben dem Müggelturm, also oben auf dem Berg. Damit ging es erst mal relativ entspannt los. Ein kurzer Anstieg zur Sternwarte und dann weiter immer leicht bergab bis zum Fuß der Treppe, die vomlangen Seekommend zum Müggelturm führt. Nun folgte ein schöner Treppenlauf, unzählige Stufen hinaus! Oben wartete noch nicht das Ziel, sondern das Kilometerschild3. Oje, aber zum Ausruhen gings ja wieder hinunter, die Straße entlang. Als nächstes folgten die beidenKanonenberge. Durch den Baumbewuchs waren die Gipfel nicht zu sehen, aber in den Beinen deutlich zu spüren. Dann gings wieder die Straße hoch bis zum Müggelturm-Parkplatz, hier gab es zu trinken. Nun leicht bergab zumTeufelsseeund dann mal ein kurzes Stück geradeaus, vorbei an der Rodelbahn. Der nächste Anstieg wartete schon, er führte auf die halbe Höhe des Berges, wo es wieder ein Stück eben entlang ging. Es folgte das Highlight der Strecke, ein steiler Wurzelhang hinauf zum Gipfel. Da konnte man schon aus dem Tritt kommen! Dann noch mal auf der anderen Seite hinab und die Treppe ein zweites Mal hinauf. Oben wartete diesmal das Ziel! Ich glaube, es waren diehärtesten 10 km Berlins.

Aber: der älteste Teilnehmer des Laufes, unser Erhard, war noch nicht im Ziel. Deshalb wieder die Treppe hinunter, Christine lief ihm noch ein weiteres Stück entgegen, schließlich nochmal zu dritt die Treppen hoch. Auch Erhard war glücklich angekommen! - Zum Abschluss trafen wir uns auf dem Siegerpodest:

                                                                                                    Uwe Mohr


Laufbericht – 2. Sachsen-Trail (2015) 

Als Teilnehmer des Dresdener Frauenlaufes bekommt man immer mal Informationen vom Veranstalter und in einer dieser Mails las ich etwas über den Sachsen Trail. Hörte sich total spannend an und da ich wusste, dass Fam. Mohr und Fam. Gaede immer für neue Laufevents offen sind, waren wir zu sechst, um neue Erfahrungen zu sammeln.

Freitagabend sind wir fast zeitgleich in Rittersgrün angekommen. Dann folgte noch eine kurze Fahrt zum Rabenberg, wo wir unsere Startnummern abholten und die Nudelparty samt Cola genossen.

Christine und ich haben auf Grund der angekündigten Temperaturen bzw. des Trainingszustandes runter gemeldet (9km). Frank wollte so wieso die kurze Strecke laufen, die anderen drei waren fest entschlossen den Quartertrail über 19 km zu absolvieren.

Abends auf der Terrasse gab es aber noch richtige Getränke und beim Karten spielen hatten wir viel Spaß.

Nachdem Frühstück wurde noch ein wenig rumgetrödelt und gegen 10.30 Uhr ging es bei 30 Grad zum Rabenberg. Außer uns wollten auf den verschiedenen Strecken noch 600 Verrückte den heißen Temperaturen trotzen und laufend das wilde, crossige Erzgebirge erkunden.

Vor jedem Start wurde ein Briefing durchgeführt, wo noch einmal die Strecke erklärt wurde und Verhaltensregeln für einen eventuellen Ausstieg etc.

Punkt 12.00 Uhr starteten Andrea, Marcus und Uwe, eine halbe Stunde später bin ich mit Christine und Frank auf die Strecke gegangen. Die Temperaturen waren auf dem Höhepunkt und deshalb sind wir langsam angelaufen. Zuerst ging es ein wenig bergauf und dann ein Parcour der eigentlich für Mountainbiker vorgesehen ca. 4 km bergab. Bei voller Konzentration konnte man dies ohne Sturz bewältigen. Bei km 5,5 endlich die ersehnte Erfrischungsstelle. Kurz danach trennten sich unsere Wege. Wir brauchten nur noch 4 km steil bergauf und da spielte Frank seine hervorragenden Wanderqualitäten aus und zog an uns vorbei.

Für die anderen ging es noch lange stetig bergauf, manchmal auch etwas gerade, um sich dann auf den letzten Kilometern  die steilen Anstiege hoch zu quälen.

Obwohl fast alles perfekt organisiert war, hat sich der Veranstalter nicht auf die extreme Hitze eingestellt und es gab auf unseren Strecken nur eine bzw. zwei Verpflegungspunkte.

Als Frank und ich mich erholt haben, sind wir mit Wasserflachen zum Kletterpark, um unsere Leute noch mit etwas Wasser zu versorgen. Gerade als wir die Flaschen gefüllt hatten, lief Andrea als zweite Frau ins Ziel. Leider haben wir das nicht mitbekommen und konnte sie nicht bejubeln. Als uns Uwe ein km vor dem Ziel mit Wasser sah, nahm er dies dankbar und die Läufer hinter ihm, fragten auch sofort nach Wasser. So verweilten wir noch lange Zeit und konnten glücklicherweise im Kletterpark die Flaschen auffüllen. Als uns dann ein Läufer zurief, 50 m zurück m Wald liegt jemand, konnten wir auch noch erste Hilfe leisten.

Ja das war ein wirklich großer Makel, die Unterversorgung mit Wasser. Zum Glück sind wir alle gut durchgekommen und haben als Flachländer doch gemerkt, dass Trails zwar landschaftlich sehr reizvoll sind, aber sehr viel mehr Training bedarf. Die brütende Hitze hat alles noch schwerer gemacht.

Schön war dann die Frauensiegerehrung, wir haben uns alle riesig für Andrea gefreut und es am Abend ausgiebig gefeiert.

                                                                                               Sylvia Kegel


Laufbericht I – Fishermantrail am 02.08.14

Es ist 2 Uhr morgens in Alt-Schwerin am Plauer See. Holger Schilder klebt seine Brustwarzen ab, salbt sich mit Vaseline, schnürt die Laufschuhe und setzt die Kopflampe auf. Er macht sich auf den Plauer See zu umrunden. Plötzlich begegnet ihm Hans Werner Thomas, der örtliche Fischereimeister und Hotelier, und fragt ihn verwundert was er denn um diese Zeit so vor habe. Holger schildert sein 50 km Ultraprojekt und Hans Werner ist ob dieser sportlichen Leistung derart beeindruckt, dass daraus die Idee entsteht dieses Erlebnis weiteren Laufverrückten zu ermöglichen. So fiel tatsächlich ein Jahr später am 2. August 14 um 6.00 Uhr morgens der Startschuss zum 1. Fishermantrail rund um den Plauer See. Neun Männer und drei Frauen haben sich rufen lassen, diesen wunderschönen Trail auf waldreichen Pfaden anzugehen.

 Am Ende gab es einen Doppelsieg für den Laufclub RON-HILL aus Berlin. Jörgen Zimmer siegte souverän in 4:21:07h. Bei den Frauen dominierte Annette Bethge in 5:23:59h. Jeder Teilnehmer bekam einen zur Medaille umfunktionierten goldenen Hechtblinker umgehängt. DUV Statistiker und Mitläufer Andreas Knop sorgte dafür, dass die Daten postwendend in der berühmten Statistik erschienen.Hauptsponsor und Mitorganisator Hans Werner Thomas ließ sich nicht lumpen und steuerte die Pastaparty, Siegerpreise und nach dem Lauf ein üppiges Fischessen mit viel Lachsforelle, Aal, Stör und Zander bei. Eine ideale Regeneration mit viel Eiweiß. Schließlich gab es noch eine Floßfahrt und Fisherman erläuterte uns die Geheimnisse einer erfolgreichen Fischerei und entsprechender Aquakulturen.

Fazit: Ein wunderbares Lauferlebnis für alle Ultrafreaks fernab aller profitorientierten Massenevents. Bei der Ausschreibung der zweiten Auflage sollte man sich ganz schnell anmelden, denn das Limit liegt bei 35 Teilnehmern.

Bodo Matthes, Annette Bethge


Laufbericht  – Eine Teilnahme an der Challenge auf Lanzarote lohnt sich (2012)

Ich schreibe hier das allererste Mal einen Beitrag für das Infoblatt, obwohl ich in diesem Jahr 10 Jahre Mitglied sein werde. Mir liegt aber am Herzen ein bisschen Werbung für einen Sporturlaub auf Lanzarote zu machen. Vielleicht hat der eine oder andere Lust, den deutschen Teilnehmerkreis etwas zu verstärken. Die Holländer und Dänen treten in ganz anderen Dimensionen an.

Viele Ron-Hill’er waren schon auf Lanzarote im Sportclub La Santa und haben Laufen mit Urlaub verbunden. Ich bin 2002 zum ersten Mal und 2012 das 10. Mal dort gewesen und habe je nach Fitnesszustand an vier Läufen der Challenge oder nur an zwei teilgenommen.

Die jährlich immer Ende November/Anfang Dezember dort stattfindende Challenge ist ein Jahreshöhepunkt und Treffpunkt von Läufern aus vielen europäischen Ländern, ambitionierten Läufern wie Freizeitläufern, die in vier Wettkämpfen ihre Kräfte messen und für die einzelnen Läufe jeweils einen  AK-Sieger mit einem kleinen Gewinngutschein küren sowie für den Gesamtsieg einen wunderschönen Pokal in Empfang nehmen können. Obwohl die Startgebühr von 75 € für vier Läufe nicht ganz billig ist, die Organisation und Verpflegung entschädigt mehr als bei manchem Einzellauf in Deutschland. Enthalten ist auch immer ein Funktionsshirt.

Die langjährigen Teilnehmer Robert Pottkämper und Horst Kastanowicz haben dort seit 24 Jahren nicht nur Siege eingesammelt, sondern auch viele langjährige Freundschaften gefunden. Obwohl 2012 nur als Zuschauer, sind sie immer noch vielen Läufern bekannt und gern gesehen. Die 25. Challenge findet vom 24.-27.11.2013 statt!

Für den, der noch nicht davon gehört hat, hier nochmal einige Erklärungen zur Challenge: Es beginnt am Sonntag mit dem 10 km Straßenlauf, Montag 13 km Berglauf auf einen erloschenen Vulkan, Dienstag 5 km Strandlauf und endet Mittwoch mit einem Halbmarathon (Insellauf). Auf der Abschlussfeier am Abend werden dann die Gesamtsieger vorgestellt und ausgezeichnet sowie mit Tanz und Disco anschließend gefeiert.

Marion Sarasa konnte in ihrer Altersklasse den Gesamtsieg der Challenge mit nach Hause nehmen ebenso wie eine Deutsche in der W40. Einige weitere deutsche männliche AK-Sieger gab es in der M60 und M75. Mein Ergebnis ist wie immer unter ferner Liefen, aber ich persönlich war bei den diesjährigen schwierigen Windverhältnissen durchaus zufrieden.

Nicht nur das Laufen macht dort Spaß, sondern vielen anderen Sportarten kann gefrönt werden. Zum Beispiel kann man mit den im Club verfügbaren super Rennrädern Inseltouren unternehmen und Sportsgeist und Hilfsbereitschaft ist allgegenwärtig. Ich hatte dieses Jahr eine Reifenpanne und konnte mit Hilfe von drei Iren, die schnell meinen Schlauch wechselten, meine geplante Tour fortsetzen.

Leider ist auch ein anderes Phänomen aufgetaucht. Ein langjähriger erfolgreicher Läufer AK 75 aus Deutschland  kann nicht damit umgehen, dass irgendwann die Zeit gekommen ist, aufzuhören. Er meldete sich für die Challenge an:  Am ersten Tag steigt er aus, am zweiten Tag wird es unsportlich, am Dritten wird er Letzter und am vierten Tag tritt er gar nicht mehr an. Zur Abreise zeigt er uns Deutschen den Vogel, weil wir ihn wegen Unsportlichkeit ignorierten. So …..muss eine erfolgreiche sportliche Laufbahn nicht enden!

Mit sportlichen Grüßen Eure Ina Schlüter

Laufbericht von der 27. Internationalen Running Challenge oder „Cluburlaub auf Lanzarote“ (vom 17.11. bis 1.12.2015)

Inspiriert durch viele Erzählungen und Berichte (siehe auch Laufbericht von Ina Schlüter im Infoblatt vom 21.1.2013) fand sich diesmal eine Gruppe von 10 RON-HILLERN am Flughafen Tegel zur Reise in den Club „La Santa“ auf Lanzarote ein. Am 17. November wollten wir dem trüben und kühlen Wetter für zwei Wochen entfliehen. Wir sollten nicht enttäuscht werden, denn die Kanarische Insel erwartete uns mit sonnigen 25 °C.

Da uns das Clubprogramm für die ersten Tage schon im Vorfeld bekannt war, begannen bereits im Flugzeug die Planungen, an welchen Kursen jeder Einzelne teilnehmen möchte. Natürlich wurden auch gemeinsame Aktivitäten geplant.

Der „Club La Santa“ wurde in den letzten Jahren deutlich ausgebaut, das Areal um einige Sportstätten erweitert. So gibt es u.a. 3 Schwimmbecken (50 m-Bahn), 2 Sporthallen, diverse Plätze für Fitness-Kurse im Freien, mehrere Tennisplätze, Squash- und Paddelplätze, ein Fitness-Studio im Gebäude und natürlich ein Stadion mit 400 m-Laufbahn. Dazu am Ufer der Lagune einen Surfstrand und Beachvolleyballplätze.

Auch in die Unterkünfte wurde mächtig investiert, die alte Hotelanlage wird saniert und zusätzlich sind neue einzelne Gebäude entstanden. Die Infrastruktur lässt nichts zu wünschen übrig und auch zusätzliche Sportgeräte wurden angeschafft, so gibt es zum Beispiel genügend Rennräder und Mountainbikes.

Die gastronomische Betreuung kommt natürlich auch nicht zu kurz und ein reichhaltiges abwechslungsreiches Buffet am Morgen und am Abend runden das Ganze ab.

Das vom Club angebotene sportliche Programm sucht seinesgleichen! Wir haben so etwas in dieser Form noch nicht erlebt.

Es beginnt um 7:45 Uhr mit gemeinsamem Frühsport, Morgenlauf verschiedenster Längen und geht bis 18.00 Uhr. Da ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei! Die verschiedensten Kurse wie Pilates, Zumba, Bodypump usw. werden ergänzt durch Schwimmunterricht, Tennis-, Squash-, Surf-, Golf-, Badminton-, Volleyball und Kanukurse, dazu kleine Turniere in den verschiedenen Sportarten. Man kann gar nicht alles aufzählen.

Es gibt auch geführte Ausflüge per Rennrad oder Mountainbike, alles bereits im Reisepreis enthalten. Dazu kann man auch Ausflüge z.B. zum Tauchen, Schnorcheln, Golf oder zu Zielen auf der Insel buchen.

Wir haben die meisten Kurse ausprobiert, am Tri-, Du- und Aquathlon teilgenommen und uns an Ballsportarten beteiligt.

Wir haben aber auch individuell viel unternommen, z.B. einige Rennrad- und Mountainbike-Ausflüge. So sind Ilka, Peter, Holger und Marcus die „große Miradorenrunde“ gefahren, fast eine Inselrundfahrt mit Rennrad. Alle gemeinsam waren wir mit dem Rennrad im Nationalpark „Feuerberge“ und im Weinanbaugebiet „La Geria“. Um die Insel, die aus 300 Vulkanen besteht, ausgiebig zu erkunden, haben wir uns 2 Mietwagen gegönnt und eine Rundfahrt gemacht. So haben wir u.a. den Blick vom „Mirador del Rio“ (Aussichtspunkt) genossen, waren in den „Jameos del Agua“ (eine Höhle mit seltenen kleinen weißen Krebsen im Wasser), an der „Grünen Lagune“ mit Fischessen im beliebten Ort El Golfo und an der imposanten Küste bei „Los Hervideros“ (vom Wasser umspülte Lavafelsen). Den Sonnenuntergang erlebten wir beim Leuchtturm an der Südspitze, von wo man die Insel Fuerteventura sieht.

Bei einem weiteren Autoausflug unternahmen wir eine Bergwanderung und entspannten an den „Papageienstränden“ (Steilküste mit sandigen Bade-buchten), Wassertemperatur im Atlantik 22 °C!

Für Fam. Gaede, Fam. Mohr, Silly und Holger stand natürlich auch die „Running Challenge“ im Mittelpunkt der Reise. Ilka, Peter und Motte hatten diese bereits in früheren Jahren ganz oder teilweise absolviert und konzentrierten sich aus diesem Grund diesmal auf andere Aktivitäten, machten aber tolle Strecken-betreuung und spornten uns dadurch zu Höchstleistungen an.

Die Challenge besteht aus 4 Läufen:

1. Tag: 
10 km Straßenlauf: Start und Ziel im Stadion „La Santa“, Straße entlang der Küste, nach 2,5 km Wendepunkt, das ganze 2 mal bei ordentlich Gegenwind auf dem Rückweg.

2. Tag:
13 km Berglauf: Start und Ziel im Stadion „La Santa“, von der Küste in Richtung Inselmitte immer bergauf und zurück bergab als Runde gelaufen (Rückweg bei Gegenwind).

3. Tag:
5 km Strandlauf am Strand von „Puerto del Carmen“ auf der gegenüber-liegender Seite der Insel, eine wirklich sehr sandige 2,5 km-Runde (2x zu laufen), an der Wasserkante auf dem Hinweg war ordentlich Gegenwind, dafür ging‘s mit Rückenwind in tiefem Sand zurück.

4. Tag:
Halbmarathon vom Ort „Tinajo“ zum Club „La Santa“, sehr hügelig aber im zweiten Teil tendenziell bergab, dafür aber Gegenwind.

Der Wind hat also eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Aber die Bedingungen waren für alle Teilnehmer gleich und wir haben uns wacker geschlagen! Siehe in der Rubrik Ergebnisse!

Wir freuten uns über Platz 5 in der Teamwertung Frauen und Platz 13 in der Teamwertung Männer!

Auch Ina Schlüter war wieder für 10 Tage im Club „La Santa“, hatte auch einen schönen Urlaub gehabt, 2 Läufe der Challenge absolviert (Straßen- und Strandlauf) und war bei anderen Läufen an einem Verpflegungspunkt aktiv. Wir können ihre Aussage nur unterstreichen, die Laufchallenge Lanzarote ist eine Reise wert.

Christine und Uwe Mohr


Laufbericht – Santa Claus vollzog den Start beim gleichnamigen Lauf in Rovaniemi (Finnland)

Klein, aber fein der Santa Claus Marathon von Rovaniemi. Klein nur, was die diesjährige Teilnehmerzahl betrifft: in Lapplands Hauptstadt fand am Laufwochenende der Kongress einer finnischen Volkspartei statt, deswegen standen keine freien Zimmer zur Verfügung.

Dennoch konnte Santa Claus persönlich knapp über 100 Teilnehmer (exakt gab es 100 Zieleinläufer, davon 34 Frauen) auf die drei Strecken schicken, wobei der Halbmarathon die größte Resonanz fand. Außerdem im Programm der Marathon und eine 12 km-Distanz. Das Läuferfeld sehr bunt, den 67 Finnen standen Läufern aus 18 Ländern gegenüber. Sie kamen u. a. aus Kanada, den USA, Brasilien, Südafrika, Japan, Neuseeland, Albanien. Auch Deutschland war mit vier Startern dabei.

Direkt auf dem Polarkreis im Santa Claus - Dorf der Start; anspruchsvoll durch große Waldgebiete und an den Flüssen Kemi River und Ounas River entlang sowie durch den Ort bis hinauf in die Fußgängerpromenade Rovaniemis führten die Strecken. Hier erwarteten die Zieleinläufer ein buntes Mittsommer-Volksfest und viel Applaus durch die Zuschauer. Gegen 24 Uhr, die beeindruckende Mitternachtssonne zauberte immerhin noch 20 °Celsius auf das Thermometer, auf dem Marktplatz auch eine würdevolle Siegerehrung, allerdings mit für uns ungewohnten Altersklassen. Ein Beispiel von der 12 km-Distanz: AK Männer und Frauen bis 39 Jahre, 40 bis 49 Jahre und über 50 Jahre.

Zum Laufgeschehen:

Mit dem Briten Graham Hedger (2:56:19 h) blieb nur ein Läufer unter der 3 Stundengrenze. Mit gehörigem Abstand folgten zwei Starter aus dem Gastgeberland: Atef Haj (3:07:28h) und Olli Kyyhkynen (3:16:42h). Das Feld der sieben Teilnehmerinnen führte die älteste Starterin Aila Uusikartano (3:42:33h) vor Kendra Mc Donnel (4:10:52h/Kanada) und Kristiina Luosujärvi (4:17:50h/ Finnland) an. Herbert Gründer (Berlin) belegte mit 5:33:23 h den dritten Platz in der AK M 60 Jahre.

Knapper verlief der Halbmarathon. Hier ging der Tagessieg nach Russland. Aus einer Dreiergruppe spurtete Daniil Klyushev (1:24:09h) zuerst vor Hannu Partanen (1:24:14h) und Teuvo Kuusela (1:24:47h/ beide Finnland) ins Ziel. Drei Finninnen behaupteten sich über 21,1 km: Johanna Davidila (1:29:19h), Susanna Valjakka (1:38:41h) und Satu Brax (1:38:59h). Klaus Volkmann (2:21:46 h) aus Erfurt kam in seiner AK M 65 und älter auf Rang drei.

Den Wettkampf über 12 km gewannen Kauko Tuisko (45:16 Minuten) und Marika Lehtelä (50:16 Minuten/ beide Finnland), die bereits als Zweite das Ziel erreichte. Monika Gründer (1:41:10 h/ Berlin) erreichte in ihrer Altersklasse Platz eins und ich selbst mit Gehpausen (1:17:51 h) Rang zwei hinter einem Finnen und vor einem Starter aus Neuseeland. In der AK 50 Jahre und älter.

Helge Ziems


Bericht von unserem Ehrenmitglied Christoph Höhne

Hallo, liebe Ron-Hill‘er, da bin ich wieder!
Noch vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, wieder mit einer Startnummer unterwegs zu sein. Meinen Beruf als Sportfotograf hatte ich endlich aufgegeben, einige gefährliche Krankheiten schienen glimpflich ausgegangen zu sein und ich hatte fern sportlicher Betätigung andere Hobbys. Trotz vernünftiger Ernährung hätte ich gern auf einige Pfunde an Körpergewichtverzichtet und glücklicherweise zeigte das letzte Langzeit-EKG nur noch geringfügige Herz-Rhythmus-Störungen. Ausdauersport wurde mir ärztlicherseits erlaubt und die Frage nach der Intensität so beantwortet: "...dass sie sich noch unterhalten können…" Da ich fortan allein unterwegs war, konnte ich das nur unzureichend testen - aber ein paar Worte bekam ich auch bei größerer Belastung noch raus! Ein bisschen Angst hatte ich die ersten Wochen schon und nahm deshalb immer mein Handy mit.
Dass ich wieder laufen würde, habe ich sofort verworfen. Meine Rückenprobleme haben sich in den letzten inaktiven 22 Jahren nicht von allein gelöst und so begann ich "altersgerecht" mit Gehen, was inzwischen zumindest im Volkssport nur noch Walking heißt. Ich entschied mich für die Ohne-Stock-Variante, schließlich war ich da mal gut.
Die Ernüchterung: Nie hätte ich geglaubt, dass der menschliche Körper mit den Jahren so abbaut! Auch nach einem halben Jahr Training - Intensität und Umfang höher als vor 56 Jahren - erreiche ich nicht einmal auf einem kleinen Stück die Geschwindigkeit meines ersten Wettkampfes als 15-jähriger über damals 2000m. Nicht annähernd! Damals ohne Ahnung von Technik und Letzter des Wettkampfes…
Nach dem Studium von Ergebnislisten von Volkssportveranstaltungen fand ich nun aber, dass es anderen genauso ergeht und ich in meiner AK 70+ doch noch recht gut bin. Das wollte ich nun im Wettkampf zeigen. Im Gegensatz zu manchen Mitbewerbern, denen Teilnahme und Spaß alles und das Ergebnis schnuppe ist, bin ich ein ehrgeiziger Wettkämpfer. Bei den Walkern gibt es da nicht allzu viele, so dass ich schon zwangsläufig weit vorn sein muss.
Meinen ersten Wettkampf bestritt ich am 13.07. beim Lausitzer Seenland 100 in Kleinkoschen bei Senftenberg über 10 km. Die Teilnehmerzahl war überschaubar, die meisten waren Nordic-Walker. Schon an der Anzugsordnung war zu erkennen, dass hier einige eine bezahlte Wanderung vorhatten. Ein echter Konkurrent war nicht dabei und so lieferte ich mir unterwegs Duelle mit den Letzten der gleichzeitig gestarteten Läufer. Mein Traumziel war ein Schnitt von 9 km/h und das habe ich auch dank flacher asphaltierter Strecke und angenehmen Temperaturen (Start 19:00 Uhr) punktgenau geschafft.
Ich hatte am Ort nachgemeldet (man weiß ja nie - eine Zerrung verhinderte schon ein im Mai in Burg avisiertes "Comeback") und war gespannt, ob mich einer kannte.
Da war ich schon etwas enttäuscht: Als ich ins Ziel kam, war der Sprecher gerade mit einer Siegerehrung beschäftigt und für die Walker gab es eine solche nicht. Na, dachte ich, wenn die sich die Ergebnislisten noch mal angucken, werden die sich ärgern…
Den Zahn musste ich mir nun aber ziehen lassen! Auch bei meinen Starts am 11.  und 12.08. in Hinterhermsdorf bei der Panoramatour Sächsische Schweiz hatte ich keinen Promistatus. Während ich am 11.08. nach 9 km inmitten von gut platzierten 30 km-Läufern ins Ziel kam, war das am 12.08. anders. Da kam ich nach 8 km allein als Erster ins Ziel und der geschwätzige Sprecher konnte gar nicht anders, als in die Starterliste zu gucken, aber auch für ihn war mein Name unauffällig. Es ist halt schon so lange her und eben eine Volkssportveranstaltung.
Irgendwann wird es schon mal einer schnallen, dass ich wieder etwas mache, spätestens wenn mein früherer Vereinskamerad und Konkurrent "Adi" (Mach mit, mach‘s nach, mach‘s besser) das Mikrofon in der Hand hat.
Trotz meiner Siegesserie weiß ich, dass es auch unter den Volkssportlern Senioren und sogar Seniorinnen gibt, die besser sind als ich. Auch in meiner AK, sogar in Berlin. Und ein Blick in die Ergebnislisten der gerade stattgefunden EM der Senioren im Dreiländereck zeigt mir, dass die Trauben sehr hoch hängen. In den Medaillenbereich würde ich es nie schaffen!
In Punkto Qualität der Veranstaltungen gefiel mir "Lausitzer Seeland 100" besser als die "Panoramatour Sächsische Schweiz". Das zu begründen würde aber nun wirklich zu weit führen.
Meine nächsten Starts habe ich am 01.09. in Hennickendorf, am 07.10. in Torgau und am 14.10. in Belzig geplant. Diese Veranstaltungen gehören ebenfalls zum ostdeutschen Walking-Cup und ich muss da noch Punkte sammeln!

Vielleicht sehen wir uns irgendwo...
Alles Gute, Christoph Höhne


Laufbericht  – Ich war noch niemals in New York..

Den Traum, den etliche Läufer hegen, einmal an diesem legendären Kultlauf teilzunehmen, setzten wir im November 2011 nach einer 2-jährigen Planungsphase in die Tat um.

Aufgrund der weltweit enormen Nachfrage für diesen Marathon ist die Anmeldung nicht so einfach. Eine Qualifikationszeit, die eine direkte Teilnahme nach der Anmeldung garantiert, konnten wir beide nicht vorweisen. An der Lotterie mit ca. 30%-iger Gewinnchance wollten wir uns nicht beteiligen, zumal wir ja aus Kostengründen weit vor dem Anmeldetermin die Flugreise gebucht hatten. So blieb nur noch die Anmeldung über einen Reiseveranstalter, was dann letztendlich auch die kostspieligste Variante ist.

Ankunft nach ca. 8h Flugzeit in New York war 4 Tage vor dem Lauf bei spätsommerlichen Temperaturen. Unser Hotel lag ca. 300m vom Central Park, dem Marathonzielgebiet entfernt, was wir uns auch gleich beim ersten „Akklimatisierungsspaziergang" ansahen. Uns fiel sofort die starke Schädigung des Baumbestandes durch den plötzlichen Wintereinbruch eine Woche zuvor auf. Die Einsatzkräfte mussten sehr viele abgebrochene Äste wegräumen. Bis zum Marathontag hatten sie Tag und Nacht gearbeitet, um die letzten Kilometer des Marathonlaufs im Central-Park barierefrei zu machen. Die Tage vor dem Lauf nutzten wir, mit entsprechenden Tipps ausgerüstet, die Stadt zu Fuß, vom Wasser, mit der U-Bahn und bei einer Manhattan-Busrundfahrt zu erkunden. Die Skyline Manhattans kommt vom Wasser aus am beeindruckensten zur Geltung. Manhattan ist kein durchgängiges architektonisches Ensemble an Gebäuden, sondern vereint eher alle möglichen und unmöglichen Baustile nebeneinander auf engstem Raum, die in wahnsinnige Höhe getrieben wurden.

Eingestimmt auf die Marathonstrecke wurden wir im legendären B.B.- Kings-Club bei einer Informationsveranstaltung von Dertours mit Vorträgen und Tipps von Dr. Thomas Wessinghage und Jörg Bunert, der schon zum 23.Mal am ING-New-York-Marathon erfolgreich teilnahm. Die übereinstimmende Empfehlung der beiden Experten war es, den Lauf nicht als Wettkampf sondern eher als Sightseeing der sportlichen Art zu gestalten, was wir ohnehin vorhatten.

Unsere letzten Marathons, die wir absolvierten, lagen schon etliche Jahre zurück (Ilka 1996, ich 2005). Unsere Vorbereitung auf dieses Abenteuer war eher schmalspurig, wir wollten ja keine Bestzeit aufstellen.

Früh um 6 Uhr ging der Bustransfer Richtung Staaten Island, zur Verrazano-Narrows-Bridge, dem Marathon Start. Aus logistischen Gründen wird die Zufahrt zu diesem Gebiet wird ab ca. 7 Uhr gesperrt, so dass man sich ca. 3h bis zum Start vor Ort warm halten muss. Wir hatten uns eigens dafür alte, ausrangierte Laufklamotten mitgebracht, die anschließend der New-Yorker Altkleidersammlung zugeführt wurden sowie Pappen aus einem Supermarkt als Sitz-/Liegefläche organisiert, wie die meisten Läufer. Glücklicherweise waren die Temperaturen früh schon jenseits von 10°C, so dass die lange Wartezeit, die wir auch zum frühstücken (warme Getränke und Bagels) vor Ort nutzten, erträglich war. Eine Stunde vor dem Start mussten die für das Ziel bestimmten Wechselsachen in Beuteln abgegeben werden, aber wir hatten ja zum Glück noch bis unmittelbar vor dem Start unsere Altklamotten.

Gestartet wurde in drei Wellen a ca. 16000 Läufer ab 09:40Uhr – 10:40Uhr mit jeweils gleicher Start-Zeremonie: US-Hymne solo gesungen durch eine Soldatin der US-Marine und das Abspielen des Titels von Frank Sinatra „New York, New York...", dann folgte ein ohrenbetäubender Böller als Startschuss. In lockerem Trainingstempo (knapp unter 6 min/ km) nahmen wir die Strecke in Angriff, nebenher wurde viel Sehenswertes fotografiert. Das schwerste und zugleich imposanteste Stück der Strecke war gleich am Beginn, die Überquerung der längsten Brücke des Landes mit ca. 3,5km Spannweite von Staten Island nach Brooklyn. Durchlaufen wurde jeder der 5 großen Stadtbezirke New Yorks. Die Begeisterung an der Laufstrecke war unglaublich. Diese Stimmung hatte ich noch nie bei all meinen Marathonstarts erlebt. Ausnahme war ein ca. 2,5km langes Teilstück in Williamsburg, einem Unterbezirk von Queens. Hier leben vornehmlich orthodoxe Juden, die dem Megasport-Erlebnis leider die „kalte Schulter" zeigten. Eisige Stille für 15min. Umso frenetischer dann der Jubel wieder auf der 1st Avenue in Manhattan, die sich ca. 8km Richtung Bronx erstreckte. Den bevölkerungsreichsten Stadtbezirk streiften wir nur ca. 1,3km aus „sicherheitstechnischen" Gründen, wie uns vorher erklärt wurde. Diesen Teil New Yorks hatten wir sicherheitshalber bei unseren touristischen Ausflügen gemieden. Mich haben die 120 Live-Bands aller möglichen Stilrichtungen an der Strecke fasziniert, leider konnte ich die jeweilige Musik nur max. 30 Sekunden genießen. Die Strecke ist vom Höhenprofil durch Überquerung vieler Brücken und vom Belag (ca. 25% der Strecke auf hartem Beton) im Vergleich zum Berlin-Marathon wesentlich anspruchsvoller. Ab km 25 hatte Ilka vom vielen Beton starke Oberschenkelschmerzen, so dass wir dann zusammen einige Gehpausen (bergab) einbauen mussten. Nach 4:29:08h finishten wir Hand in Hand und lagen uns im Ziel dann glücklich in den Armen. Der Weg zu den Wechselsachen gestaltete sich für jeden Läufer recht anstrengend. Zu den entsprechenden Fahrzeugen, die etwa 2km hinter der Ziellinie standen, gab es auf Wunsch Fototermine, jeder erhielt eine Medaille, Verpflegungsbeutel, Warmhaltefolie, alles auf engstem Korridor zu den Fahrzeugen. Unterwegs gab es an den Zäunen einige Notsitze auf dem Boden für Läufer, die die anstrengende Prozedur nach dem Zieleinlauf nicht aushielten.

Nach ca. 30min erreichten wir schon recht ausgekühlt unser Auto mit den Wechselsachen. Anschließend ging es mit der U-Bahn zum Hotel und endlich unter die Dusche!
Der NYC bleibt für uns beide ein unvergessliches Erlebnis.

Peter Rymarowicz


Laufbericht: 10 Meilen „Rund um Albrechts" – ein Berglauf mit Hindernissen

Im Rahmen der 900-Jahr-Feier meines Geburtsortes (es handelt sich um einen Ortsteil von Suhl/Thüringen) fand am 6.8.11 dieser Lauf statt, den ich mir nicht entgehen lassen wollte. Seit der Wende war es der 1. Lauf im Ort überhaupt. Mit der Teilnahme von 51 Läufern, 6 Läuferinnen und 8 Staffeln (4 x 4 km) wurden die Mühen der Organisatoren belohnt. Die Strecke war genau 16,4 km lang und hatte es enorm in sich! Start und Ziel befanden sich an der Sporthalle „Am Bock" in 470 m Höhe. 14:30 Uhr erfolgte der Start bei schwülen 26 °C.
Die ersten 3 Kilometer führten über Wiesen und am Waldrand entlang in knalliger Sonne fast ständig bergauf. Als „Zugabe" hatten sich die Veranstalter diverse Hindernisse ausgedacht! So folgte nun die „Rotwand", ein Steilhang, der nur gehend erklommen wurde. Auf 250 m Länge mussten 80 Höhenmeter erklettert werden! Danach ging es weiter stetig bergauf, nun glücklicherweise im schattigen Wald, bis nach 7,5 km mit dem „Schwarzen Kopf" (740 m) der höchste Punkt des Laufes erreicht war (Hier oben wurde ich von meiner Verwandtschaft begrüßt und angefeuert). Danach 2 km relativ steil bergab und dann wellig weiter bis nach 13 km der Hundesportplatz erreicht war. Hier wartete ein Hindernisparcours mit einigen Hürden, Kriech- und Kletterhindernissen. Dann Querung einer engen Schlucht mit steilem Gegenanstieg und durch einen Hohlweg hinunter zum tiefsten Punkt der Strecke (430 m). Hier wartete die Bachdurchquerung des „Albrechtser Wassers", längs unter einer Brücke durch, knietief im Wasser. Schließlich noch gut 2 km viel hoch und etwas runter bis zum Ziel.
Doch was war das? 50 m vor der Ziellinie musste wirklich noch ein echter Schneehaufen überklettert werden, extra von der Skihalle Oberhof angeliefert.

Die Siegerzeit von 1:18:23 h (Matthias Franke/Rennsteiglaufverein) sagt alles über die Schwierigkeiten der Strecke. Ich belegte in 1:35:02 h den 19. Gesamtplatz und war total zufrieden.

Der Veranstalter möchte den Lauf auch im nächsten Jahr wieder durchführen, allerdings wird über einen anderen Termin nachgedacht, nicht im Hochsommer.

Uwe Mohr


Laufbericht: - Der Marabana auf Kuba am 20.11.2011

Nach 3 Tagen Eingewöhnung bei feuchtwarmen, aber sonnigem Novemberwetter auf Kuba fand am 20.11.2011 die 25. Auflage des „Marabanas" statt.
Von unserer Reisegruppe mit insgesamt 16 Personen haben sich 11 Läufer auf die Strecken des Marathon und Halbmarathon begeben. Kurz nach dem Sonnenaufgang ging es um 7.00 Uhr mit den kubanischen Rhythmen im Ohr auf die Strecke. Beginnend in der Altstadt von Havanna vor dem Capitol ging es auch gleich an der bekanntesten Uferstraße Kubas, dem Malecón, entlang. Etwa 9 km zwischen Meer und der Uferbebauung, immer mit einer leichten Brise um der Nase und guter Laune aller Läufer auf der Strecke.
Anschließend führte der Kurs wieder hinein in die Stadt durch Wohngebiete, vorbei an Sportstätten und dem Baseballstadion der Stadt. Hier wurde die Strecke mit seinem etwas hügeligen Profil auch anstrengender. Auch die Temperaturen wurden langsam tropisch. Gegen 9.00 Uhr waren die Temperaturen bei einem wolkenlosen Himmel bereits bei ca. 30°C. Trotz der guten Wasserversorgung und Eisblöcken am Wegesrand wirkte die Sonne auf der ausschließlich asphaltierten Strecke erbarmungslos.
Auf den letzten Kilometern konnte man noch mal die in Teilen sanierte Altstadt bewundern bevor es Richtung Ziel ging. Nach 2:13:29h (42.Frau von 129, 905.Gesamtplatz von 1400 Läufern). Mit einigen Bildern in der Kamera war das Ziel vor dem Capitol erreicht.
Ab dem 21.11.2011 ging es mit 8 Personen unserer Reisegruppe auf die Rundreise in Richtung Osten der Insel. Naturreservate und Nationalparks in den Bergen und Sumpfgebieten sowie die Stadtbesichtigungen von Trinidad und Santa Clara brachten schöne Eindrücke über das Land.
Zum Abschluss gab es noch 3 Tage Strandurlaub in Valadero, wo noch ein wenig Sonne getankt wurde bevor es am 31.11.2011 wieder zurück nach Berlin ging.

Paula Mengewein


Laufbericht  – 25. Fichtelberglauf

Eine kleine Schar von Läufern unseres Vereins mit ihren Angehörigen machten sich am 30.09.2011 auf den Weg Richtung Oberwiesenthal, um am 25.Fichtel-berglauf teilzunehmen. Freitagabend, nachdem alle in der Pension "Simons Ferienwohnungen" eingetroffen waren, servierte Dana für uns alle Spaghetti mit ganz leckerer Tomatensoße. Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen, denn am Sonnabend stand der Wettkampf an.
Nach dem Frühstück fuhren wir nach Neudorf, um unsere Startunterlagen abzuholen. Wir Frauen beschlossen das Rennen gemeinsam zu beginnen, wobei wir mit Sascha einen männlichen Begleiter hatten. Pünktlich um elf fiel bei herrlichem Sonnenschein der Startschuss. Oh Freude, es ging gleich richtig bergauf. Dadurch wurde unsere Gruppe bei km 4 gesprengt und jeder kämpfte für sich allein. Ab km 6 liefen wir auf der Ebene, welch eine Erholung. Die richtige Freude kam dann 1.300 m vor dem Ziel auf, denn ab dort war Schluss mit laufen, zügiges Wandern trieb den Puls auch sehr hoch. Uwe Mohr war der schnellste unseres Teams und Erhard erreichte als ältester Teilnehmer flankiert von zwei Frauen glücklich als letzter Teilnehmer das Ziel - Hut ab vor Deiner Leistung Erhard! Die Shuttle-Busse brachten uns dann wieder zurück nach Neuhaus, wo im Festzelt die feierliche Siegerehrung stattfand. Unsere kleine Ron-Hill-Truppe wurde mehrmals zur Siegerehrung gerufen, wobei unsere Küken Paula und Dana sogar zusammen auf dem Podest standen.
Am Abend unternahmen wir eine Wanderung nach Bozi Dor, um Knödel zu essen. Mann waren wir danach froh, dass wir noch eine 4km Nachtwanderung machen konnten, um das üppige Mahl zu verdauen. Danach ließen wir die Sektkorken knallen und feierten den erlebnisreichen Lauf. Sonntag nutzen wir das sommerliche Wetter, um den Fichtelberg zu besteigen. Da es dort überfüllt war, suchten wir etwas ruhigere Wege und landeten irgendwann wieder in Bozi Dor, das Essen dort war einfach zu gut, um nicht noch einmal einzukehren.
Abends wurde noch ausgiebig gefeiert und alle waren ein wenig traurig, dass das schöne Wochenende nun schon fast vorbei ist.
Am Montag nutzten einige Mutige die Gelegenheit sich die Sommerrodelbahn
runter zu stürzen und hatten dort sehr viel Spaß.
Dann trennten wir uns und jeder nutzte den sonnigen Tag auf seine Weise.

Sylvia Kegel


Laufbericht – 16.Teutoburger Waldlauf in Lengerich am 15.10.11

Neben dem internationalen Hermannslauf (31,1km, Bielefeld) und der „GM'Hütter Null" (Ultra, 53km, Georgsmarienhütte) ist der Teutolauf in Lengerich einer DER Läufe am und im Teutoburger Wald; jenem berüchtigten deutschen Mittelgebirge, an dem sich bekanntlich schon die Römer damals die Zähne ausgebissen haben.
Der Lauf fand dieses Jahr zum 16.Mal statt, veranstaltet wie immer vom Turnverein Hohne von 1911 e.V. (der außerdem im Mai sein 100. Bestehen gebührend feierte). Etwa 1500 Teilnehmer fanden sich auch dieses Mal wieder ein, darunter traditionell viele Holländer.
Gelaufen werden Strecken über 6km (Jedermannlauf, 70m Höhendifferenz), 12,2km (Waldlauf, 180m HD) und 29km (Teutolauf, 600m HD). Vor allem die längste Strecke ist wegen der Höhendifferenzen und Bodenverhältnisse sehr anspruchsvoll. Aber die Läufer lieben diesen schwierigen Kurs. Das liegt vielleicht auch daran, dass nur bei dieser Strecke oben am Verpflegungspunkt Dominosteine gereicht werden (die zum Essen, nicht die zum Spielen)!
Ich startete erstmals und als einziger Berliner mit 592 anderen beim Waldlauf. 180 Höhenmeter sollten bei meinem ersten „offiziellen" Berglauf (abgesehen vom Berliner Berglauf) genügen. Die ersten 4,5km führten auf relativ flachen Wegen noch am Fuß der Bergkette durch Wiesen, Felder und Äcker entlang, erst dann ging es hoch zum Berg auf einem breiten Wanderweg. Hier also zeigte sich, wer sich seine Kräfte gut eingeteilt hatte und bis hierher nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam gewesen war. Ich lag bereits im vorderen Feld, und obwohl ich hier jetzt recht langsam hoch lief, sammelte ich dabei doch
etliche andere ein. Die letzten ca. 20m der 180m musste dann aber auch ich gehen. Oben auf dem Kamm konnte man dann etwas verschnaufen, eine Weile ging es nur noch eben weiter. Dann kam aber auch schon der Abstieg, Wanderweg verlassen und richtig rein in den Wald, auf sehr schmalen Pfaden, z.B. dem „Fuchsgang", ging es ordentlich runter. Unten angekommen hatten es die letzten 2km noch einmal in sich. Die leicht ansteigende Straße nach Hohne zum Ziel verlangte nochmals die letzten Reserven, oder man brach ein. Ich hatte einen super Tag erwischt und erreichte schließlich in 56:48min auf dem 82. Platz, zugleich der 6.Platz der AK M50, das Ziel. Statt Medaille gab es für alle Finisher das berühmte Teutolauf-Bierglas. Und allein der Anblick des riesigen Kuchen- und Tortenbuffets war eine Augenweide.
Eine wirklich gelungene und gut organisierte Veranstaltung, empfehlenswert! Da der Start erst ab 13:50 Uhr ist, kann man auch von Berlin aus mit dem Zug anreisen, über Osnabrück. Vom Bhf. Lengerich 2km Fußweg bis Ortsteil Hohne. Der 17.Teutolauf ist am 20.10.2012. Macht jemand mit?

Klaus Mendritzki


Laufbericht  – 23.Weltraumjogger-Volkstri am 26.06.11 (750m-18km-5km)

Well, es ist mal wieder soweit! Ich habe doch noch eine „Freikarte“ von den Weltraumjoggern ergattert und kann somit zum 4. Mal an/in der Krummen Lanke starten.

Ich wache noch vor dem Weckeralarm gegen 4:45 Uhr auf. Ein paar Dehnungsübungen während der Espresso durchläuft. Klamotten zusammenpacken und los. Auf dem Weg zur U-Bahn noch mal zur Tanke um die Reifen auf 7,5 bar zu bringen. 

Gegen 7:10 Uhr erreiche ich rechtzeitig die Wechselzone zum Einchecken. Ich soll nur noch meinen Helm enger stellen. Jens, („Mr. Volkstri“, er startet hier schon zum 10. Mal!) ist auch schon da. Ich suche mir einen Platz in der Nähe der Wechsellinie, wie immer ist es hier relativ eng. Dennoch kann ich meinen kleinen Klapp-Hocker aufstellen. Jetzt noch schnell in den Wald, um noch ein bisschen „Ballast“ loszuwerden. Ich schnappe mir meinen Neopren-Anzug und marschiere los zur Einstiegsstelle. Ein Bekannter zieht mir noch den Reißverschluss hoch und los geht’s in die Fluten zum Einschwimmen.

Bei optimalen Bedingungen, Wasser ca. 20 Grad, Luft 15 Grad und trocken, wird pünktlich um 8:00 Uhr der Wasserstart „angeschossen“! Wir sind in der 1. Welle, alle Frauen und alle Männer AK 45 und älter. Nach ca.100 m komme ich in den Kraul-Rhythmus, ab und zu spüre ich kleine Rempler. Nach ca. 200 m ist die Bahn frei. Zum Ausruhen 2x kurz in die Rückenlage. Nach ca. 14 Min. werde ich von den Helfern aus dem Wasser gezogen (1 Meter Stufe!). Sofort versuche ich meinen Neo zu öffnen. Während ich die Rampe Richtung Wechselzone laufe öffne ich den Klettverschluss. Ziehe den Reißverschluss am Band herunter. Damned, er hakt fest und geht nicht mehr vor und zurück. Ich bin gefangen in meiner engen, festen und nassen „Wurstpelle“! Ein kräftiger Zuschauer versucht mir zu helfen, er meint:“das Ding hängt fest“! Ich rufe:“ dann zieh mir den Neo über die Schultern runter“! Nach ca. 50 Sek. bin ich endlich befreit und laufe erleichtert zur Zwischenzeitnahme bzw. in die Wechselzone. Rein in die Socken und Fahrradschuhe, Helm auf, Startnummer anklicken und los zur Wechsellinie. Schnell in die Pedale einklicken und über die Waldpiste Richtung Kronprinzessinnenweg. Ich versuche das Malheur mit dem Neo auszublenden, lege mich auf die „Faulenzer“ und gebe „Gummi“. Weit über seinen Lenker gebeugt, mit rotem Kopf, kommt  mir Jens, ca. 1 km vor der ersten Pendelkehre, entgegen geschossen. Wow, er liegt so an 5. Stelle! Ich komme gut in den Radelrhythmus und biege dann vorsichtig nach rechts in die Havelchaussee ein. Plötzlich überholt mich ein Pulk mit einer Frau und 5 Männern. Ich versuche mich sofort in den Windschatten (offiziell verboten!) zu hängen. Das klappt gut bis zur 1km-Rampe vor dem Grunewaldturm. Ich schalte in den kleinsten Gang und strampele in „Lance Armstrong- Manier“ hoch. Später dann ein paar Mal in den Wiegetritt. Wieder kommt mir Jens, weit vornüber gebeugt, entgegen und zwinkert mir zu! Wow, endlich oben, die zweite Kehre, ein guter Schluck aus der Wasserflasche, lege mich auf die Tri-Aufsätze und rausche in ca. 50 km/h die Rampe runter. Unten vor der Rechtskurve bremse ich ein bisschen ab. Wechsele dann auf das große Kettenblatt, fahre dann mit 2 Frauen im 33er Schnitt die Havelchaussee retour. Vorsichtig links rein in den Kronprinzessinnenweg, dann rechts in den Waldweg Richtung Wechselzone. Wegen der Steine bzw. dem Matsch muss man/frau sich hier besonders konzentrieren. Drehe die Radschuhe aus den Klickpedalen, laufe zu meinem Wechselplatz, Rennmaschine abstellen, Schuhe ausziehen, Helm ab, Laufschuhe schnell anziehen und los geht’s. Frank Deutschmann kommt gerade mit seinem Rad an, ich klopfe ihm noch auf die Schulter, springe locker über die verlassenen Fahrradständer (Extra-Aktion für die Zuschauer!!!) und renne zur 2. Zeitnahme. Versuche, wegen der Seitenstiche, nicht zu schnell anzugehen. Leider hat das mit meiner neuen (Stopp) Uhr nicht geklappt, habe aber ein gutes Gefühl, komme nach ca. einem Kilometer in einen guten Laufrhythmus (4:25 Min/km) und fange an ein paar Plätze gut zu machen. Nach einer Weile überhole ich wahrscheinlich die erste Frau, aber Jens ist (leider!) nicht in Sichtweite! Biege dann in die 2. Laufrunde ein, jetzt ist natürlich mehr los, ich überrunde dauernd und hänge mich an einen Kontrahenten in rotem Shirt. Komme aber nur mühsam näher, vielleicht kann ich ihn am letzten Anstieg kurz vor dem Ziel noch abfangen. Finishe dann aber eine Sekunde hinter ihm, wie immer mit einem Sprung an die Zielbanderole in 1:17:07 Std. (Platz 34)!!! Wow, ich habe endlich, trotz des Neopren-Malheurs, die 1:20 Std. pulverisiert!

Kurzes verschnaufen und dann sofort zum Erdinger-Hefeweißbier-Stand (wie immer Alkoholfrei!) Da stehen natürlich schon die „gestählten Wadenbeißer“, Jens (1:15:37h, Platz 22 und Jan Trabandt, 1:10:47, Platz 6 !!!)

Well, das Erdinger läuft in Strömen, viele „Friseurgespräche“, alle sind gut durchgekommen, das Wetter hielt, es war nicht so heiß, somit waren es optimale Bedingungen. Nächstes Jahr auf ein Neues!

                                                                                                                  Uli Kergel


Laufbericht – vom Osterlauf auf der „Erpeler Ley (23.04.2011)

Einen Osterlauf im schönen Mittelrheintal wollten wir uns am 23.4.11 während unseres Urlaubs nicht entgehen lassen. Dieser fand bereits zum 36. Mal auf der Ley (altdeutsch: Felsen) bei Erpel statt. 130 m hoch ragt er über dem Rhein empor und bietet einen herrlichen Ausblick. Dahinter ein Basaltplateau mit einer Wiese und viel Wald, dazu eine gemütliche Gaststätte. Vom TUS Erpel gut organisiert ist es ein Lauf in familiärer Atmosphäre. Während der Anfahrt am Rhein entlang zeigte das Thermometer 28°C, nicht gerade ermutigend für uns als Nicht-Hitze-Läufer. Start für den Hauptlauf über 9450 m war um 13.00 Uhr auf der Wiese in größter Hitze. Eine flache Runde von 1575 m, zum Glück größtenteils im Wald, musste 6 x absolviert werden. Von Vorteil erwies sich dabei die Wasserstelle,  die nach jeder Runde für Erfrischung sorgte. Insgesamt 234 Läufer, darunter 95 Teilnehmer im Hauptlauf, waren am Start. Weiterhin gab es mehrere Kinder- und Jugendläufe über kürzere Distanzen. Christine lief ein gleichmäßiges Rennen und belegte den 2. Platz in der W 50 in 53:38 min. Gesamterste bei den Frauen wurde die mehrfache Rennsteiglaufsiegerin Birgit Lennartz/LLG S. Augustin mit deutlichem Vorsprung in 39:41 min.

Ich fühlte mich gut und ging das Rennen ziemlich schnell an, merkte jedoch nach 2 Runden, dass ich bei der Hitze nicht so durchlaufen kann, nahm Tempo raus und belegte in 41:47 min. ebenfalls den 2. Platz in der M 50. Gesamtsieger der Männer wurde Oliver Martin/Dolorgiet S. Augustin in 34:17 min.

Christine und Uwe Mohr

Laufbericht – Bravehaert Battle oder durch die Hölle von Münnerstadt (12.03.2011)

Das beschauliche Städtchen liegt im Norden von Bayern, direkt an der A 71 Erfurt-Würzburg am Rande der Rhön im Tal der Lauer. Am 12.3.11 wurde hier zum 2. Mal dieser „Hindernis-Lauf“ über 20 km ausgetragen. Insgesamt 40 natürliche und künstliche Hindernisse müssen überwunden werden. Gegenseitige Hilfe ist erwünscht,  ein Auslassen von Hindernissen bedeutet Disqualifikation, Zeitlimit 5 Stunden.

Nach einer Übernachtung in Thüringen und gutem Frühstück bei meinen Eltern fuhr ich mit Christine bei bestem Frühlingswetter nach Münnerstadt. Start/Ziel, Startnummernausgabe usw. befindet sich im Stadion. Da wir genügend Zeit hatten, konnten wir uns vor dem Start noch einige Hindernisse anschauen. Bereits hierbei wurden meine Erwartungen übertroffen, schwerer als ich dachte!

Über 1000 Läufer fanden sich dann um 13.00 Uhr zum Start ein, viele auch in Kostümen. Aufheizende Musik und ein „Gebet“, bei dem alle auf die Knie mussten, gehörten zur Startzeremonie. Dann ging es los, um Stau zu vermeiden in Blöcken, mit Zeitnahme durch Champion-Chip.

Nach ein paar leicht zu überspringenden Strohhindernissen wurde es nach gut einem halben Kilometer ernst. Es ging den „Killing Hill“ hinab ins Tal der Lauer, ein 300 m langer Abhang mit bis zu 45 Grad Neigung – kein Weg: Wald. Unten wartete schon der „Hangman“, über das Flüsschen gebautes Gerüst zum Hangeln, gut 6 Meter. Manche schafften es hinüber, viele nicht. Mein Vordermann begann nach der Hälfte schwer zu kämpfen, ich ließ mich fallen. Damit war ich völlig nass, denn der Fluss ist hier gut 1,50 m tief. Nun wusste ich auch, wie sich 3 Grad Wassertemperatur anfühlen. Die Zuschauer fanden es lustig.

Weglos ging es weiter, ca. 1,5 km auf weichem Gras immer am Fluss entlang. Am Ortseingang Münnerstadt war extra die Straßenbrücke nur für Zuschauer gesperrt und es häuften sich die Hindernisse. Zunächst ging es bis zur Hüfte im Wasser durch den Fluss, dann kriechen, teilweise durch Modder, springen über Holzbalken und wieder kriechen unter Bändern hindurch. Danach die „Schäferwand“, 6,5 m hoch, Stroh mit hohen schmalen Stufen und zum Schluss wieder durch den Fluss auf die andere Seite. Zur „Erholung“ nun wieder eine Strecke zum Laufen auf weicher Wiese. 

Dann stand ich vor der „Dünisch-Brücke“, ein Seil zum balancieren und zwei zum festhalten über die Lauer, in der Mitte so gespannt, dass man mit den Füßen im Wasser war. Gleich danach „der Baum – dein Freund“, ein LKW mit Holzstämmen beladen quer im Weg zum überklettern. Hinterher die Schlammhölle „Ortner-Feld“, auf dem Hintern 3 m hinunter in eine Grube und ca. 20 m durch knöcheltiefen Schlamm, danach das „Reifenhindernis“, überklettern und durchkriechen von Reifen. Nicht so gut für die Knie, da scharfe Kanten. Jetzt konnte man wirklich mal einen Kilometer auf asphaltierter Straße laufen, bevor es ins „Tal des Todes“ ging. Ein Bachlauf zwischen Feldern mit rutschigen, matschigen Rändern, die man mehrmals hoch und runter musste. Dazu Gestrüpp und Bäume, kreuz und quer. Plötzlich eine alte Brücke aus Holzbohlen, aber nicht drüber, sondern drunter durch, auf Knien und Ellenbogen, schlammiges Wasser im Gesicht! Am Ende des Tales ein Kriechhindernis unter gespannten Drähten durch. Kinder sangen „ist Strom drin“, mein Hintermann hat es gespürt! Also tief runter! Auf einem Feldweg ging es weiter, die Feuerwehr hier in ihrem Element. Brennende Reifen zum überspringen, ein Haufen Holzscheite zum drüberklettern und noch mal Feuer zum Springen. Nun kam eine Runde bei der Ortschaft Reichenbach. Ein schlammiges Regenrückhaltebecken wartete, „Loch Ness“. Grölende Zuschauer, Abhang runter und hinein ins 3 Grad warme Wasser. Ging mir bis zum Hals, also schwimmen. In der Mitte eine Palette auf dem Wasser schwimmend mit Schild drauf: „Tauchen!“. Wer denkt sich so etwas aus? Nach 30 m wieder raus und gleich ins nächste Becken rein, hüfttief mit Baumstämmen unter Wasser. Danach noch ein Becken und anschließend ca. 200 m in einem Bach mit quer liegenden Baumstämmen. Nun 150 Höhenmeter hinauf auf den 402 m hohen Michelsberg, Steigung nicht genug, auch noch 2 Kletterhindernisse aus Stroh eingebaut. Oben kriechen, springen über eine Holzwand und wieder kriechen. Hier höchster Punkt der Strecke und gut die Hälfte geschafft! Zwischenzeitnahme und wieder den Berg runter. Unten warteten wieder Zuschauer und die „Gessner-Gräben“. Zwei Meter tiefe schlammige Gruben, extra ausgebaggert, 3 x hintereinander. Ich kam mir vor wie ein Maulwurf. Nun Rückweg nach Münnerstadt mit allen Hindernissen von Feuer bis Schäferwand in umgekehrter Richtung. Nach ca. 18 km, kaum noch Kraft in den Armen, hat man doch tatsächlich 2 Eskaladierwände in den Weg gestellt. 2 m hoch, hintereinander zu überwinden. Irgendwie bin ich drüber, wobei ich 2 x von meinem Nachbarn die Füße ins Gesicht bekam.  Danach noch zweimal durch die Lauer, über ca. 10 mit Schotter gefüllte „Big Bags“ und den steilen Abhang „Killing Hill“ – diesmal hinauf – gekämpft. Noch 500 m und triumphaler Zieleinlauf.

Im Ziel: 1068 Männer, (nur 9 haben aufgegeben) Siegerzeit: 1:38 h

Letzter im Ziel:  4:35h, 86 Frauen, Siegerzeit: 2:13h

Ich belegte Platz 217 mit einer Zeit von 2:24:11h.

Die Teilnehmerzahl hat sich im Vergleich zum ersten Lauf im Vorjahr mehr als verdoppelt. Im nächsten Jahr findet der Lauf am 10. März statt!! 

Ich bin wieder dabei – wer kommt mit?

                                                                                               Uwe Mohr